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Paar am Reden

Einen Sicherheitsplan machen

Die meisten Menschen mit Suizidgedanken haben lange Zeit stark gelitten. Diese lange, schmerzvolle Leidensphase schränkt das gewohnte Denken und Handeln ein. So kann es geschehen, dass auch scheinbar kleine Vorkommnisse einen Suizidversuch auslösen. So wie ein einziger Tropfen ein volles Fass zum Überlaufen bringen kann. Es kann daher helfen, sich in einem guten Moment ganz konkret damit auseinanderzusetzen, was man tun kann, wenn man spürt, dass die Schmerzen und der Leidensdruck zunehmen und die Hoffnung auf Besserung abnimmt. Einen Sicherheitsplan zu erstellen, ist eine mögliche Variante dafür. 

Auf extreme Leidensphasen vorbereiten

Ein Sicherheitsplan ist ein Übereinkommen, mit dem man sich verpflichtet, sich während eines vereinbarten Zeitraums nichts anzutun. Weiter enthält der Sicherheitsplan praktische Anweisungen, was man im Krisenfall tun kann, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Die Anweisungen müssen realistisch und für Sie umsetzbar sein.

Wie macht man einen Sicherheitsplan?

Den Sicherheitsplan kann man für sich selbst erstellen. Noch besser ist es, ihn gemeinsam mit einer vertrauten Person zu verfassen: einem engen Freund, einem Familienmitglied, der Hausärztin ... Diese Person wird im Krisenfall über die Aktivierung des Sicherheitsplans informiert. Falls Sie aktiv ein Helfernetz aufgebaut haben, können Sie den Sicherheitsplan auch allen Personen in diesem Netz übergeben.

Der Sicherheitsplan sollte gemacht werden, wenn man sich einigermassen gut fühlt und klar denken kann. Er wird schriftlich formuliert und leicht zugänglich aufbewahrt. Folgende Punkte gehören in einen Sicherheitsplan: 

  1. Ich aktiviere diesen Sicherheitsplan, wenn:
  2. Ich richte meine Gedanken jetzt auf diese Dinge:
  3. Das vermeide ich, bis ich mich wieder besser fühle:
  4. Das unternehme ich jetzt:
  5. An diese Person(en) wende ich mich:
  6. Wenn die Dinge oben nicht helfen, wende ich mich an eine dieser Nummern:
  7. Ich verspreche, mich an diesen Plan zu halten und mir nichts anzutun. (Mit Unterschrift und evtl. Name der Vertrauensperson, die über Aktivierung informiert wird)

Erklärung zu den einzelnen Punkten: In der Downloadversion des Sicherheitsplans finden Sie erläuternde Beispiele, was man auflisten kann. Sie können den Sicherheitsplan direkt am Bildschirm oder von Hand ausfüllen.

Wie wird der Sicherheitsplan eingesetzt?

Der Sicherheitsplan soll immer dann zur Hand genommen werden, wenn die unter Punkt 1 gelisteten Situationen auftreten. Im Idealfall informieren Sie eine oder mehrere Vertrauensperson(en) darüber, dass Sie den Sicherheitsplan aktiviert haben, und besprechen mit ihr/ihnen, welche Massnahmen des Sicherheitsplans wie und wann umgesetzt werden sollen. 

Laden Sie den Sicherheitsplan herunter

Sicherheitsplan zum Ausfüllen am Computer oder von Hand. Mit Erklärungen und Beispielen.

Sicherheitsplan.pdf

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